Meistens spüren wir schon lange, wenn etwas nicht mehr stimmt. Der Schlaf wird immer schlechter. Wir sind ständig gereizt. Dinge, die früher selbstverständlich waren, kosten plötzlich enorm viel Kraft. Und trotzdem machen wir weiter.
Was hat Angst mit Schlafproblemen und Beziehungen zu tun?
Es gibt immer wieder Zeiten, in denen ich mich sehr intensiv mit meiner Arbeit auseinandersetze. Ich liebe die Vielfalt meiner Arbeit und schätze es sehr, meine Klienten bei den unterschiedlichsten Themen zu unterstützen. Trotzdem habe ich mich neulich gefragt, ob es in meiner Arbeit einen roten Faden gibt. Und damit meine ich nicht den roten Faden, einer Methode oder eines grossen Themas wie Persönlichkeitsentwicklung oder spirituelles Wachstum. Ich habe mir die Frage gestellt, was die unterschiedlichen Themen meiner Klienten möglicherweise miteinander gemeinsam haben. Dabei kam ich zu einer überraschenden Erkenntnis.
Bei vielen Themen spielt Angst eine Rolle. Sie muss nicht immer die Ursache des eigentlichen Problems sein. Manchmal entwickeln wir zusätzlich zu einer bestehenden Herausforderung Ängste. Sie sind dann Teil der gesamten Belastung, wie zum Beispiel die Angst vor einer möglichen Folge. Ich werde gleich konkreter, damit deutlicher wird, was ich meine.
Schlafstörungen: Wenn zur Schlaflosigkeit die Angst vor den Folgen kommt
Ein Klient kam wegen seiner Schlafstörungen zu mir. Im Gespräch sagte er einen Satz, der einer der Gründe war, diesen Artikel zu schreiben: Er hatte Angst, dass seine Gehirnleistung wegen des fehlenden Schlafs schlechter würde. Er merkte bereits, dass seine Konzentrationsfähigkeit nachliess und er öfters Brain Fog hatte. Dadurch wurde mir sehr bewusst, dass wir zwar schwerpunktmässig an der Schlafstörung arbeiteten, Angst dabei aber ebenfalls eine wichtige Rolle spielte.
In seinem Fall war sie einer der Gründe, weshalb mein Klient überhaupt etwas verändern wollte. Nicht schlafen zu können, ist sehr belastend.
Ursachen von Schlafstörungen können sehr vielfältig sein: von hormonellen Veränderungen, belastenden Verlusten, veränderten Lebensumstände oder Lärm in der Umgebung, bis hin zu einer Angst, die einen Menschen wachhält.
Man stellt sich dann viele Fragen.
- Wieso schlafe ich überhaupt schlecht?
- Was kann ich für einen guten Schlaf tun?
- Wie soll ich den nächsten Tag schaffen?
- Wie werde ich damit umgehen, wenn meine Leistungsfähigkeit abnimmt?
- Was ist, wenn mein Körper irgendwann unter dem Schlafmangel leidet?
- Werde ich es schaffen, wieder einen guten und gesunden Schlaf zu entwickeln?
Neben einer gewissen Schlafhygiene darf man selbst passende Strategien finden, um den Schlaf zu regulieren. Für die meisten Menschen ist es hilfreich, die Ursachen für die Schlafstörung so weit wie möglich zu lösen. Da eine Erfahrung, die wir immer wieder machen, Muster im Unterbewusstsein hinterlassen, wäre es gut, diese zu verändern. Du kannst dir das wie ein Waldweg vorstellen, den wir immer wieder gegangen sind, den wir jetzt verlassen, um einen neuen Weg zu bahnen.
Unser Unterbewusstsein und unser Nervensystem dürfen etwas Neues trainieren. Das gilt natürlich auch für andere Bereiche unseres Lebens, in denen wir uns eine Veränderung wünschen. Gerade im Bereich von Beziehungen und Liebe sind wir (fast) alle sehr verletzlich. Wir wünschen uns alle, geliebt zu werden.
Beziehungen: Wie Angst in Beziehungen unser Verhalten beeinflusst
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Kuss? Ich schon. Es war auf einer Party während eines Tanzes. Ich war 15 Jahre alt und kannte den Jungen schon etwas länger. Er forderte mich zum Tanzen auf und küsste mich plötzlich. Es kam zwar etwas unerwartet, aber ich fühlte mich wie im siebten Himmel.
Gänzlich unerfahren, was Liebesbeziehung angeht, landete ich kurz, danach etwas unsanft auf der Erde. Ich fragte mich: „Gehen wir jetzt miteinander und ist er nun mein Freund?“ In mir wurde eine grosse Anzahl an Ängsten wachgerufen: die Angst, verletzt zu werden. Die Angst, dass es nicht klappt. Die Angst, wenn es klappt, vielleicht verlassen zu werden.
Wie gehen wir damit um, wenn wir in Beziehungen stärkere Ängste entwickeln?
Wir möchten Schmerz nicht fühlen. Wir möchten die Angst nicht haben. Deswegen versuchen viele Menschen ein Verhalten zu entwickeln, mit dem sie solche belastende Emotionen vermeiden können.
Konkret heisst das: Aus Angst vor Verletzungen vermeiden wir Nähe. Vielleicht erzählen wir uns sogar, dass wir Intimität, Nähe und andere Menschen gar nicht brauchen. Wir glorifizieren vielleicht das Bild des einsamen Cowboys, der alleine über die Steppe reitet und sich erzählt, dass er so frei ist.
Aus Angst vor Verlust kann es sein, dass wir uns und unsere Umgebung kontrollieren oder wir klammern und festhalten. Wir passen uns übermässig an, weil wir Angst haben, nicht zu genügen oder nicht akzeptiert zu werden. Wir sprechen unsere eigenen Bedürfnisse nicht aus, weil wir Angst haben, abgelehnt zu werden. Die Liste könnte ich jetzt noch weiterführen. Aber vielleicht fällt dir noch etwas dazu ein, um sie für dich selbst basierend aus auf deinen eigenen Erfahrungen und Mustern zu ergänzen.

Die Angst als Bremse oder Motor
Jeder, der sich ein bisschen mit Psychologie oder Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt hat, weiss, dass wir Dinge positiv und negativ anschauen und verwenden können. So ist es natürlich auch mit der Angst.
Erlauben wir der Angst, uns zu bremsen, laufen in unserem Inneren häufig negative Dialoge ab, die bestimmte Befürchtungen immer wieder nähren oder bestärken. Negative Sätze sind zum Beispiel:
- „Ich schaffe das sowieso nicht.“
- „Was ist, wenn es schiefgeht und ich es nicht hinbekomme?“
- „Was ist, wenn ich verletzt werde?“
- „Ich blamiere mich oder mache mich zum Affen, wenn ich das sage (oder mich so verhalte).“
Wenn wir die Angst wahrnehmen und ernst nehmen, kann sie der Motor für tiefe Veränderungen sein. Nutzen wir die Angst für uns, entwickelt sie sich zu einem Sprungbrett. Damit das passieren kann, dürfen wir natürlich die Bereitschaft entwickeln, ehrlich hinzuschauen und uns der Angst zu stellen.
Egal, ob wir alleine oder mit Hilfe von jemand anderem an einem Thema arbeiten, ist es wichtig, dass wir uns nicht überfordern, sondern die Strategie der kleinen Schritte wählen.
Wie ich mit Hypnose an diesen Themen arbeiten würde
Geht es um das Lösen einer Angst, ist es häufig sinnvoll, den Auslöser bzw. die dahinterliegende Erfahrung zu bearbeiten. Das ist wie eine offene Datei, die wir schliessen. In diesem Prozess machen wir ausserdem dem Unterbewusstsein klar, dass die alte Erfahrung vorbei ist. Durch die Hypnose werden wir dabei unterstützt, sie heute als – erwachsener Mensch – anders zu bewerten. Mein Ansatz ist dabei immer sehr individuell auf den einzelnen Menschen angepasst.
Wenn du mehr über Hypnose erfahren möchtest, findest du darüber eine Serie von Blogartikeln. Im Artikel „Von den Ursprüngen bis heute: Wie Hypnose wirkt und dir helfen kann“ schreibe ich über Geschichte, Wirkungsweise, Nutzen und Einsatzbereiche der Hypnose. Speziell zum Thema Angst habe ich folgenden Artikel geschrieben: „Raus aus der Angst – Wie du alte Muster durchbrichst und neue Freiheit gewinnst“. Hier liegt der Fokus auf der Erklärung von Angst, typischen Angstformen, dem Unterbewusstsein und Hypnose als Veränderungsmethode.
Was ist, wenn andere Themen im Fokus stehen?
Wenn ich selbst an einem Thema arbeite oder andere Menschen begleite, steht natürlich das eigentliche Thema im Mittelpunkt. Taucht dann im Prozess eine Angst auf, wird sie mitbehandelt. Das passiert aber immer im Kontext des eigentlichen Anliegens.
Welche Fragen hast du?
Wenn dich ein Thema schon länger belastet und du herausfinden möchtest, wie wir damit arbeiten könnten, dann buche dir gerne ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen gemeinsam auf dein Anliegen und besprechen, wie ein möglicher Weg aussehen kann. Alles Weitere ergibt sich dann bei der eigentlichen Arbeit.
Wenn du dich angesprochen fühlst, dann melde dich gerne bei mir. Im kostenlosen Gespräch finden wir heraus, wie mögliche Schritte für dich und deine Situation aussehen könnten.



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