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Wann Hypnose nicht geeignet ist

Hypnose ist eine grossartige Methode, um mit dem Unterbewusstsein zu arbeiten, innere Prozesse anzuregen und Veränderung zu unterstützen. Ich erlebe in meiner Arbeit immer wieder, wie Menschen in der Hypnose Zugang zu innerer Ruhe, Klarheit und neuen Lösungen finden.

Trotzdem ist es sehr wichtig zu verstehen: Hypnose ist kein Spielzeug. Sie ist zwar für viele Menschen gut geeignet, aber nicht in jeder Situation. Es gibt körperliche, psychische und andere Gründe, bei denen Hypnose nicht oder nur nach sorgfältiger Abklärung angewendet werden sollte.

Vielleicht fragst du dich gerade: „Sollte ich überhaupt in Hypnose gehen?“ Oder: „Gibt es etwas, das ich vorher ansprechen sollte?“ Oder: Gibt es Kontraindikationen bei Hypnose?“ Oder: „Was gilt es zu beachten, wenn ich alleine mit Hypnose oder HypnoMeditationen arbeiten möchte?“ Dann ist dieser Artikel für dich.

Eine gute Aufklärung und Dokumentation sind wichtig

Was bedeutet Kontraindikation?

Ich merke in Gesprächen, dass bestimmte medizinische Begriffe nicht immer bekannt sind. Deswegen kurz erklärt: eine Kontraindikation ist eine Gegenanzeige. Das bedeutet, es gibt Umstände oder Krankheiten, die gegen die Anwendung einer Methode sprechen oder dass man bei einer Anwendung vorsichtig sein sollte.

Für die Hypnose bedeutet das: In den meisten Fällen ist sie sehr gut verträglich. Aber es gibt Situationen, in denen eine Hypnose nur von Anwendern mit besonderer Erfahrung, nach einer medizinischen Abklärung oder gar nicht durchgeführt werden sollte.

Ich möchte weder dramatisieren, noch Angst machen. Es geht darum, aufzuklären, denn eine seriöse Hypnose beginnt nicht erst mit der Trance, sondern mit einer sorgfältigen Aufklärung und einem Vorgespräch.

Wann ich keine Hypnose durchführe oder was ich vorher abkläre

Es gibt Situationen, in denen ich sehr vorsichtig bin oder eine Hypnose nicht durchführe. Dazu gehören vor allem:

Akute Psychosen, Schizophrenie oder wahnhafte Störungen

Bei akuten Psychosen, Schizophrenie oder starken wahnhaften Störungen ist Hypnose in einer ambulanten Praxis in der Regel nicht geeignet. In solchen Fällen braucht der Betroffene eine fachärztliche oder klinische Begleitung. Der Grund hierfür ist, dass sich innere Bilder, Wahrnehmungen und Realitätsbezüge in Tranceprozessen ungünstig verstärken könnten.

Epilepsie und andere Anfallserkrankungen

Auch bei Epilepsie oder ähnlichen Anfallserkrankungen sollte Hypnose nur nach genauer Abklärung eingesetzt werden. Das Risiko, einen Anfall zu begünstigen oder provozieren, sollte ausgeschlossen werden.

Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Bei Erkrankungen oder Schädigungen des zentralen Nervensystems ist auch Vorsicht geboten. Hier kann nicht immer sicher vorhergesagt werden, wie Körper und Nervensystem auf eine hypnotische Trance reagieren. Deshalb gilt auch hier: Bitte sprich solche Themen unbedingt im Vorgespräch an.

Kürzlich erlittener Herzinfarkt oder Schlaganfall

Wenn du vor Kurzem einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hattest, sollte Hypnose nicht einfach so durchgeführt werden. Gerade kurz nach dem Ereignis sollte keine Hypnose eingesetzt werden. Da die Hypnose entspannend ist, möchte man kein Risiko eingehen.

Thrombose

Da Hypnose bei vielen Menschen körperlich entspannend wirkt, beeinflusst sie Kreislauf und Gefässe. Eine kürzlich diagnostizierte oder akute Thrombose gehört zu den absoluten Kontraindikationen, das heisst, hier sollte keine Hypnose eingesetzt werden.

Schwere Herzerkrankungen

Auch bei Herzerkrankungen ist eine vorherige Abklärung wichtig. Es kommt sehr darauf an, welche Erkrankung vorliegt, wie stabil die Situation ist und ob ärztlicherseits etwas gegen eine tiefe Entspannung spricht.

Einnahme von Psychopharmaka

Wenn du Psychopharmaka einnimmst, ist Hypnose nicht automatisch ausgeschlossen. Erfahrungsgemäss hängt es von der Art der Psychopharmaka, der Dauer der Einnahme und der Dosierung ab, ob es sinnvoll ist, Hypnose anzuwenden. Wichtig ist auch, weshalb die Medikamente eingenommen werden und wie stabil die derzeitige Situation ist. In manchen Fällen ist die Einnahme von Psychopharmaka sinnvoll, das will ich hier nicht infrage stellen.

Was ich in meiner Arbeit manchmal erlebe: Menschen, die bereits lange und intensiv Psychopharmaka nehmen, fühlen sich von sich als Person abgeschnitten. Das ist etwas, was ich im Vorgespräch mit meinen Klienten anspreche, um herauszufinden, ob eine Zusammenarbeit möglich ist.

Suchterkrankungen

Bei akuten Suchterkrankungen, also zum Beispiel Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit, braucht es besondere Vorsicht. Auch hier kommt es auf die Situation an. Wie ausgeprägt ist die Suchterkrankung? Ist die Person bereits abstinent? Geht es um eine stabilisierende Begleitung nach dem Entzug?

Nicht stoffgebundene Süchte, wie zum Beispiel Sexsucht, Spielsucht, Kaufsucht oder Computerspielsucht, lassen sich mit Hilfe der Hypnose in der Regel gut begleiten und bearbeiten. Das Gleiche gilt selbstverständlich für die Raucherentwöhnung.

Bestimmte Formen von Depressionen

Hypnose kann bei manchen depressiven Verstimmungen oder reaktiven Depressionen hilfreich sein. Gleichzeitig gibt es depressive Zustände, bei denen Hypnose in der ambulanten Praxis nicht eingesetzt werden sollte. Bei schweren oder endogenen Depressionen ist die Hypnose nicht geeignet. Wenn jemand stark suizidal ist oder kaum noch innere Stabilität spürt, steht zuerst Stabilisierung und medizinisch-therapeutische Sicherheit im Vordergrund.

Persönlichkeitsstörungen

Bei Persönlichkeitsstörungen ist Hypnose ein sensibles Thema und es lässt sich nicht pauschal beurteilen, ob man hier Hypnose anwenden soll oder nicht. Bei manchen Störungsbildern, wie zum Beispiel bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, kann Hypnose sinnvoll sein, aber nur unter erfahrener therapeutischer Begleitung. Der Grund: Eine emotionale Instabilität, Schwierigkeiten im Vertrauen oder selbstverletzende Tendenzen können in der Trance aktiviert werden. Bei anderen Persönlichkeitsstörungen wiederum ist Hypnose in einer ambulanten Praxis wie meiner nicht geeignet. In einem Gespräch können wir klären, wie die Situation genau ist.

Besondere Umstände und bestimmte Personengruppen

Es gibt bestimmte Situationen und Personengruppen, bei denen Hypnose möglich ist, man vorher einiges prüfen sollte. Was das konkret bedeutet, zeige ich dir hier.

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann Hypnose sehr hilfreich sein, zum Beispiel zur Entspannung oder Geburtsvorbereitung. Aber nicht jede Technik ist geeignet. Besonders intensive emotionale Prozesse, Rückführungen oder stark aktivierende Methoden würde ich in der Schwangerschaft nicht ohne Weiteres anwenden. Hier braucht es Methoden, die wirklich zur Situation passen.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen soll Hypnose nur mit Einverständnis der gesetzlichen Vertreter durchgeführt werden. Kinder reagieren oft sehr gut auf innere Bilder und Vorstellungskraft. Selbstverständlich wird die Hypnose an das Alter, die Reife und die jeweilige Situation des Kindes angepasst.

Personen mit einer geistigen Behinderung oder niedrigem IQ

Bei Menschen mit einer geistigen Behinderung ist die Funktionsfähigkeit des Gehirns in bestimmten Bereichen beeinträchtigt. Deswegen kann in solchen Fällen die Wirkung der Hypnose nicht ausreichend sicher eingeschätzt werden. Man will zum Beispiel kein Risiko eingehen, dass sich positive Bilder ins Gegenteil verändern, oder jemand im Entspannungsprozess plötzlich überfordert oder aggressiv wird. Aus diesen Gründen stellt eine geistige Behinderung eine absolute Kontraindikation für Hypnose dar. Auch bei einem IQ von unter 70 sollte keine Hypnose angewandt werden.
Ich schreibe das bewusst zur Sicherheit und dem Schutz der betroffenen Person. Es geht hierbei nicht um eine Wertung oder Diskriminierung.

Wenn jemand keine Hypnose möchte

Das klingt vielleicht selbstverständlich, ist aber wichtig: Hypnose sollte niemals gegen den Willen eines Menschen angewendet werden. Wenn du grosse Angst vor Hypnose hast, dich innerlich dagegen wehrst oder eigentlich gar nicht hypnotisiert werden möchtest, dann ist das ein wichtiger Hinweis. Manche Dinge lassen sich durch eine gute Aufklärung aus der Welt schaffen. Sollten die Vorbehalte zu gross sein, bringt es nichts, in die Arbeit einzusteigen, denn Hypnose braucht eine gewisse Offenheit und Kooperation.

Glaubenskonflikte oder innere Ablehnung

Manche Menschen haben aus religiösen, weltanschaulichen oder persönlichen Gründen grosse Vorbehalte gegenüber Hypnose. Wenn jemand Hypnose innerlich als falsch, verboten oder bedrohlich empfindet, ist das keine Grundlage für eine Sitzung

Warum eine Aufklärung und das Vorgespräch so wichtig ist

Vielleicht merkst du beim Lesen, dass Hypnose nicht einfach eine Entspannungstechnik ist, deswegen ist es wichtig, bestimmte Zusammenhänge zu berücksichtigen. Vor jeder Hypnose sollte geklärt werden welche Erkrankungen, Diagnosen, vorliegen, welche Medikamente genommen werden und wie die individuelle Situation ist.

Wenn du also unsicher bist, ob Hypnose für dich geeignet ist, dann sprich es offen an. Auch wenn du Medikamente nimmst, eine Diagnose hast oder in einer schwierigen Lebensphase bist. Es ist nichts, wofür du dich schämen musst.

Wenn du Hypnose oder Tranceanwendungen in Eigenregie anwendest, beachte bitte auch, dass sie nicht in jedem Fall sinnvoll ist.

Noch einen Hinweis zum Schluss: Es liegt in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen, bei körperlichen oder psychischen Beschwerden für eine Diagnose oder Heilbehandlung einen Arzt oder Psychiater oder eine andere medizinische Fachperson zu kontaktieren. Für eine seriöse Hypnotherapie kann naturgemäss keine Erfolgsgarantie gewährt werden, denn wie gut Hypnose wirkt, hängt immer von der individuellen Situation ab.

Hast du noch Fragen?

Wenn du herausfinden möchtest, ob Hypnose für dich und dein Thema geeignet ist, kannst du dich gerne bei mir melden. In einem kostenlosen Kennenlerngespräch klären wir gemeinsam, deine offenen Fragen. Ich freue mich auf dich.

Herzliche Grüsse
Deine Cordula

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